Auszug aus der Vereinschronik

Chronik


Am 17. Oktober 1969 trafen sich Kameraden im Gasthaus Braun in Scheuring und gründeten mit Unterstüzung des damaligen Feldwebel für Reservistenangelegenheiten, Bertl Grassinger, die Reservistenkameradschaft Scheuring.
Von den 13 Gründungsmitgliedern sind bis heute 8 Kameraden dem Verein treu geblieben.
Dieser Gründungsversammlung war bereits ein Gründungsversuch vorausgegangen zu der aber aus Versehen die Reservisten aus Scheuring nicht eingeladen wurden.

Die nächste Versammlung fand dann, in Petzenhausen - Landkreis Landsberg am Lech - statt. An dieser Versammlung nahmen mehr Scheuringer Kameraden teil als Kameraden aus den umliegenden Orten. Bei der anschließenden Wahl zur Vorstandschaft wurde Helmut Mayr zum 1. Vorsitzenden und Günther Schauer zum 2. Vorsitzenden gewählt.
Das Amt des Schriftführers übernahm Walter Scharf (ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde bis 2003) und als Kasier stellte sich Horst Hinze sen. zur Verfügung. Diese Ehrenämter wurden in den letzten 28 Jahren des öfteren gewechselt. >>>

Auf Anregung der anwesenden Kameraden wurde Oberfeldwebel Grassinger ersucht, für die nächste Versammlung auch die Reservisten der Nachbarortschaften einzuladen. Nach anfänglichen Mißtrauen auch deswegen, daß die Mitgliedschaft einen zu militärischen Charakter annehmen könnte, war der Verein jedoch in der Lage durch seine Veranstaltungen das Gegenteil zu beweisen und erfreut sich bis heute einer ständig wachsenden Mitgliederzahl, zur Zeit 207 Mitglieder.

Nach einjährigen Bestehen des Vereins konnte am 17. Oktober 1970 mit 21 anderen Kameradschaften die erste Fahne geweiht werden. Bei der Beschaffung der Fahne war der Feldwebel für Reservistenangelegenheiten Bertl Grassinger, der gute Beziehungen zu den Klosterfrauen des Waisenhauses Weilheim hat, sehr behilflich. Die Kameraden spendeten für das Waisenhaus, dafür übernahmen die Klosterfrauen die kostenlose Stickerei der Fahne.

Nachdem die Mittel des Vereins nicht ausreichten übernahm der Vorstand die Bürgschaft für den noch fehlenden Betrag. >>>

Ein sehr heftig diskutierter Punkt war der Bau eines Vereinsheimes. Nach schwierigen Verhandlungen brachte eine Abstimmung in der Generalversammlung eine sehr knappe Mehrheit für den Bau des Gebäudes. Das notwendige Grundstück stellte die Gemeinde zur Verfügung.
In unermüdlichem Einsatz und unzähligen Stunden errichteten die Kameraden das Vereinsheim, das bis heute viel Fleiß zur Erhaltung erfordert. Im Jahre 1974 war die feierliche Einweihung.

Da die im Jahre 1970 angeschaffte Fahne im Laufe der Jahre unansehlich geworden war, entschieden sich drei Kameraden anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Kameradschaft, eine neue Fahne anzuschaffen, die dann beim Jubiläum am 1. Juli 1979 geweiht wurde. Ein weiterer Höhepunkt war die Patenschaftsübernahme durch das 4. Gebirgsraketenartillerie-Bataillon 82 aus Landsberg das auch die Militärpatrouille, die zur gleichen Zeit stattfand, betreute.
Diese Einheit wurde im Zuge der Reduzierung von Streitkräften aufgelöst. >>>

Im Jahre 1994 wurde eine Böllerschützengruppe gegründet die von der Kameradin Carola Kühn bis 1999 hervorragend geleitet wurde.

Ende Juni 1995 wurden gemeinsam die Jubiläen "100 Jahre Krieger- und Soldatenverein Scheuring" und "25 Jahre Reservistenkameradschaft Scheuring"unter der Leitung des damaligen Vorstandes Ernst Neumair gefeiert.

Durch die gute Zusammenarbeit und Harmonie beider Vereine, bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes, sowie das immer kleiner werden des Krieger- und Soldatenvereines durch versterben ehemaliger Kriegsteilnehmer, wurde von der damaligen Vorstandschaft der Wunsch an die Reservistenkameradschaft herangetragen, eine Verschmelzung beider Vereine durchzuführen.
Nach mehreren sowohl seperaten als auch gemeinsamen Ausschußsitzungen einigte man sich, beide Vereine zu verschmelzen und die Tradition des Krieger- und Soldatenvereines fortzuführen. >>>

In zwei Mitgliederversammlungen im Herbst 1996 wurde die Verschmelzung der Vereine vollzogen. Man einigte sich auf den Namen "Krieger- und Reservistenkameradschaft Scheuring". Um dieser Verschmelzung auch einen festlichen Rahmen zu geben und um die Verbundenheit zur Bundeswehr zu zeigen, wurde am 11. März 1997 ein Konzertabend mit dem Luftwaffenmusikkorps 1, aus Neubiberg, veranstaltet. Diese Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten des Jagdbombergeschwader 32 in der Schwabstadlkaserne statt. Durch rege Vereinsarbeit und Teilnahme an Veranstaltungen des VdRBw der Kreisgruppe Oberland, mit Militärpatrouillen, Schützenschnurschießen, Oberlandschießen, Teilnahme am internationalen Militärschießen in Hesborn im Hochsauerland, drückt der Verein seine Verbundenheit zur Bundeswehr aus. Mit Veranstaltungen geselliger Art wie Rettich- und Knoblauchessen, Sommernachtfest, Vatertagsfeier, Weißwurstessen und Veranstaltungen traditioneller Art, wie Gefallenenehrung am Volkstrauertag, Nachruf und Böllerschüße bei Beerdigungen ehemaliger Kriegsteilnehmer, Maiandachten mit der Militärseelsorge, trägt die Kameradschaft zum kulturellen Leben in der Gemeinde bei. Bürgerball und die Unterstützung beim St. Martinsmarkt ergänzen die Verbundenheit zur Bevölkerung. >>>

Da die Kameradschaft nicht wie andere Vereine mit Jugendarbeit beschäftigt ist, wurde schon im Jahre 1977 eine Wohltätigkeitsveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kindergartenbeirat durchgeführt. Der Erlös von 4.100.- DM und der Erlös des vorher genannten Konzertabends von 5.870.- DM wurden dem Kindergarten Scheuring zur Verfügung gestellt.

Bei einem festlichen Empfang im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck im Herbst 1997 zeigte die Böllerschützengruppe ihr Schießprogramm anlässlich der "5.th IARS" (Internationale Tagung zur Reservistenarbeit in Europa und der NATO) Generälen und Stabsoffizieren aus 16 Nationen. Schon des öfteren stellten die Böllerschützen ihr Können dem Inspekteur der Luftwaffe und nach Staatsempfängen der Bayerischen Regierung unter Beweis. Der Amtschef des Luftwaffenamtes, Generalmajor a.D. Bodo Engelin, lobte die Kameradschaft mit den Worten: "Eine runde Sache, was sie in der Reservistenarbeit leisten."

Dies war nur ein kleiner Streifzug durch die Geschichte der Krieger- und Reservistenkameradschaft Scheuring.




 

Kriegerdenkmal in Scheuring